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Alpaka Farbgenetik

Alpaka Farbgenetik

Artikel von Drs. Ann und Andy Merriwether > University of Michigan > Summer 2003

Bei Alpakas wird die Vliesfarbe durch mehr als ein Gen auf mehr als einem Locus bestimmt. Das macht die Farbvorhersage kompliziert. Man hat versucht, mit den vorhandenen Daten zu arbeiten. Aber Farben werden oft nur sehr inkorrekt beschrieben.

Basiskonzepte


DNA (Desoxyribonukleinsäure) ist die chemische Grundlage der Gene. Diese bestehen aus langen Strängen zusammengesetzt aus vier Nukleinsäuren (Adenin, Guanin, Cytokin und Thymin). Jedes Gen hat eine eigene Anordnung dieser Nukleinsäuren. Gene sind DNA- Sequenzen, die den Code für Proteine liefern. Alle lebenden Dinge sind aus Proteinen aufgebaut. Die DNA liefert den Zellen den Bauplan für spezielle Proteine. Proteine sind beispielsweise Enzyme (wie Insulin zum Zuckerabbau) und andere Moleküle (wie Hämoglobin, dass den Sauerstoff im Blut transportiert). Eumelanin und Phämelanin sind Proteine, die für die unterschiedliche Pigmentation von Tieren (sicher auch von Alpakas) verantwortlich sind. Eine leichte Veränderung im Gencode von Eumelanin und Phämelanin verursacht verschiedene Farbzellen. Beim Menschen wird die Haarfarbe und die Augenfarbe durch verschiedene Gene festgelegt ebenso wie das Geschlecht. Einige Merkmale werden komplett durch Gene kontrolliert (Augenfarbe, Vliesfarbe) während andere Merkmale durch Umgebung und Gene beeinflusst werden (Größe und Gewicht bei Mensch und Alpaka werden z.B. durch die Gene beeinflusst, aber auch die Ernährung spielt hier eine wichtige Rolle). Menschen haben ungefähr 30 000 Gene. Das Alpaca-Genomprojekt wird zeigen, wie viele Gene Kameliden haben.

Chromosomen sind lange Stränge von DNA , die Proteine, die man Histonen nennt, umschließen. Der größte Teil der DNA in den Chromosomen ist nutzlos - die so genannte "Junk-DNA", die keine Gene transkribiert (Anmerkung des Übersetzers: Diese Annahme scheint überholt, wie das internationale Projekt Encyclopedia of DNA Elements zeigt. Siehe "Pharmazeutische Zeitung, Ausgabe 26, S 36").

Man geht davon aus, dass nur ca. 5% der chromosomalen DNA die Proteinsynthese beeinflussen. Und genau dieser Teil der Chromosomen, der eine bestimmte Proteinsynthese kodiert, wird Gene genannt. Menschen haben 46 Chromosomen (23 Paare). Jeder Mensch erhält 23 Chromosomen von seiner Mutter (aus der Eizelle) und auch 23 Chromosomen von seinem Vater (über das Sperma, dass die Eizelle befruchtet). Beim Menschen werden diese von 1 bis 22 durchnummeriert (Autosomen) und das 23igste wird als Sex-Chromosom bezeichnet (entweder ein X- oder Y-Chromosom).

So bekommt jeder ein 1-Chromosom von seiner Mutter und auch ein 1-Chromosom von seinem Vater, ein 2-Chromosom von seiner Mutter und ein 2-Chromosom von seinem Vater, etc. Insgesamt 23 Paare. Jungs kriegen ein Y-Chromosom von ihrem Vater und ein X-Chromosom von ihrer Mutter. Mädchen kriegen ein X-Chromosom von beiden Elternteilen. Alle Kameliden (einschließlich Alpakas) haben 74 Chromosomen, 37 von ihrer Mutter und 37 von ihrem Vater. Das bedeutet, dass letztlich die Hälfte der Genetik und auch die Hälfte des Erscheinungsbildes von je einem Elternteil festgelegt wird.

Dominanz:

Manche genetischen Merkmale sind dominant. Diese dominanten Merkmale werden nicht kaschiert oder von anderen Merkmalen übertrumpft. Weil man von jedem Elternteil je eine Genkopie erhält, spielt die Dominanz bestimmter Gene eine wichtige Rolle. Die beiden Teile eines Gens werden auch "Allele" genannt. Beim Menschen ist z. B. gelocktes Haar dominanter als glattes Haar (ein Allel für gelocktes Haar und eins für glattes Haar). Bei Alpakas dominiert die weiße Farbe über die schwarze Farbe ( Allel für weiß und Allel für schwarz). Daraus folgt, dass ein Fohlen, dass von seiner Mutter das Weiß-Allel bekommt und von seinem Vater das Schwarz-Allel am Ende weiß ist, weil weiß dominanter als schwarz ist. Das dominante Allel maskiert oder versteckt die nicht-dominanten (rezessiven) Allele.

Rezessivität:

Manche genetischen Merkmale sind rezessiv. Wenn ein Tier eine Genversion erbt, die rezessiv ist, kann dieses am Ende nur ausgedrückt (sichtbar) werden, wenn die gleiche rezessive Version im Gen noch einmal vorhanden ist. Ist ein dominantes Gen vorhanden, wird das rezessive nicht sichtbar und bleibt versteckt. Aus diesem Grund können weiße Alpakas auch schwarze Fohlen bekommen (wenn beide weiße Eltern jeweils das schwarze Allel unsichtbar tragen).

Homozygotie

Homozygotie bedeutet zwei gleiche Allele (je vom Vater und von der Mutter) zu besitzen. Wenn z.B. ein schwarzes Alpaka zwei schwarze Allele besitzt ist es homozygot. Oder ein weißes Alpaka hat zwei Allele für weiß und ist dementsprechend auch in dieser Hinsicht homozygot.

Heterozygotie

Dies bedeutet zwei verschiedene Versionen der Allele zu haben. Ein weißes Alpaka kann z.B. heterozygot sein und ein weißes und ein schwarzes Allel besitzen. Dieses Alpaka sähe dann immer weiß aus, weil das weiße Allel das schwarze rezessive Allel maskiert.

Dazu ein paar Beispiele:
Frage: Wie kommt es, dass auch bei wiederholten Paarungen meines weißen Alpakas mit einem schwarzen immer nur weiße Nachfahren entstehen?
Antwort: Eine Möglichkeit wäre, dass beide Alpakas homozygot sind.

In diesem Fall:

b = Gen für schwarz (rezessiv)
W = Gen für weiß (dominant)

Obwohl jedes Tier zwei Allele besitzt, kann es doch nur eins davon weitergeben. Beim Männchen durch das Sperma und beim Weibchen durch die Eizelle. Aus diesem Grund haben Ei und Sperma auch nur ein Set von 37 Chromosomen und nicht die doppelte Anzahl. So gibt das Männchen eines seiner zwei Allele für jedes Gen über das Sperma und auch das Weibchen gibt jeweils ein Allel für das Gen dazu. Welches der jeweiligen Allele über Sperma oder Eizelle transferiert werden, unterliegt dabei dem Zufall.

  • Schwarzes Tier; ein Deckhengst namens "Blackie", dessen Gene homozygot sind (bb)
  • Weißes Tier; eine potentielle Mutter namens "Wilma", deren Gene homozygot weiß sind (WW)
  • Die Nachfahren werden alle weiß sein, aber heterozygot.
  •  bb
    WWbWb
    WWbWb
  • Jedes Cria hat ein rezessives Schwarz-Allel und eine 50%ige Chance, dieses weiterzugeben!

  • Der Sohn von Blackie und Wilma ist ein weißer Deckhengst namens Winston, dessen Gene Wb-heterozygot sind. Er deckt eine schwarze Stute namens Betty, die bb-Gene hat und homozygot ist.
  •  Wb
    bWbbb
    bWbbb
  • Potenziell hätte die Hälfte ihrer Nachfahren ein weißes Fell, dass schwarz verdeckt und die Hälfte ihrer Crias könnten schwarz sein (Das ist aber nur ein Zufall, denn das Glück hat kein Gedächtnis und jede Verpaarung hätte eine Chance von 50/50 dass schwarze oder weiße Nachfahren entstehen).

Leider sind die meisten der Merkmale, die wir in Menschen oder Alpakas beobachten nicht die Ergebnisse nur einer Genlokalisation auf einem Chromosom. Die meisten Merkmale sind polygenetisch. Das bedeutet, dass mehrere Gene auf mehreren Chromosomenstellen verantwortlich sind. Teilweise sind sogar mehrere Chromosome betroffen. Beim Menschen wird die Augenfarbe von mehreren Genen beeinflusst (deshalb haben wir braun, grün, etc). Die Vliesfarbe des Alpakas wird von mehreren Genen, die auf mehreren Plätzen des Genoms liegen (loci), beeinflusst. Dadurch wird eine Farbvorhersage kompliziert. Viel ist noch unbekannt. Es gibt keine genetischen Studien, die sich mit diesem Thema befasst haben. Man hat sich mit den vorhandenen Daten beschäftigt, wobei Farben aber oft nicht korrekt aufgenommen werden (ist z.B. ein Cria wirklich dark fawn oder ist es braun?). Hat ein Tier keine weißen Stellen, nicht mal einen kleinen Fleck an der Lippe?

So lassen sich manche wichtigen Fragen nur schwer beantworten. Manche Register haben nur Daten zu den Deckhengsten aber nicht zu den Müttern der einzelnen Tiere.
Von manchen Konzepten nehmen wir an, dass sie stimmen, aber es ist noch viel analytische Arbeit nötig, um sicher zu gehen.

++ weiß ist dominant, schwarz ist rezessiv

++ als Daumenregel: hellere Farben sind dominant gegenüber dunkleren Farben

++ ein "White Spot Gen" gibt jedem wie auch immer gefärbtem Tier weiße Farbe.

Frage: Warum habe ich ein blauäugiges weißes Cria aus einer Kombination von grauem Tier mit einem schwarzen?

Antwort: : Das kommt vom "White Spot Gen".

Dies ist nicht das gleiche Gen, dass die Grundfarbe (weiß, schwarz, braun) eines Alpakavlieses bestimmt. Die Kombination der Allele dieses Gens führen zu Tieren mit weißem Gesicht, weißen Flecken, Tuxedo, Pintos, weißen Füßen, silbergrau und rosagrau (roaning) zu blauäugigen weißen Tieren und einigen nicht blauäugigen Weißen. Die meisten Allele dieses Gens scheinen dominant zu sein. Wenn man zwei Teile dieses Gens hat, bekommt man ein blauäugiges weißes Tier. Manchmal ergeben zwei Anteile eines dominanten Gens einen anderen Effekt, als nur ein Teil. Das scheint beim "white spot gen" der Fall zu sein.

Generell sollte man zwei Tiere, die das "white spot gen" tragen, nicht miteinander züchten (z.B. ein graues Tier nicht mit einem weißgesichtigen Schwarzen, einem Pinto oder einem Tier mit weißen Füßen kreuzen). Sonst hat man eine 25%ige Chance, ein blauäugiges weißes Fohlen zu erhalten. Man kann die Stuten zurück züchten, indem man sie mit reinfarbigen Hengsten kreuzt, die keinerlei Weißfleckenallele haben.

Man beachte, dass weißfarbige Tiere weiße Flecken aufweisen können, die aber auf der weißen Farbe nicht zu sehen sind. Deshalb kann die Kreuzung von "white spot "- Tieren mit weißen Tieren auch zu blauäugigen weißen Tieren führen.

Ein Beispiel, wie die Gene arbeiten könnten (ohne Beachtung der Vliesgrundfarbe):

S = dominantes white spot Allel
s = rezessives nicht-white spot Allel

  • Spotty, ein schwarzes Tier mit einem weißen Gesicht, Ss-heterozygot wird gekreuzt mit Blackie, einem reinschwarzen Tier, mit keinerlei Weiß, ss-homozygot.
  •  Ss
    sSsss
    sSsss
  • Ungefähr die Hälfte der Nachfahren wird irgendwo weiß gefleckt sein. Man hat aber wieder eine 50 / 50 Chance ein weißgeflecktes oder ein reinfarbiges Cria zu erhalten. Letztendlich kann aber kein blauäugig-weißes Tier aus der Kreuzung mit einem reinfarbigen Tier dabei sein.

  • Nun ein neues Beispiel:
  • Einer der weißgefleckten Nachfahren wird mit einem anderen weißgefleckten Tier gekreuzt. "Spotson", ein schwarzes Tier mit weißem Fleck (Ss) wird mit "Whiteface" einem schwarzen Tier mit weißem Gesicht (auch Ss) gepaart.
  •  Ss
    SSSSs
    sSsss
  • Theoretisch wäre das Tier, dass zwei Kopien des Gens "S" bekommt, ein blauäugiges Weißes (SS). Die Tiere, die "Ss" haben werden irgendwo einen weißen Fleck aufweisen und die, die "ss" haben, werden reinfarben sein. Das kann mit jeder Farbe passieren! Hier wurde die schwarze Farbe nur als Beispiel benutzt, aber das White Spot Gen ist unabhängig von der Grundfarbe. Am häufigsten tritt es bei grauen Tieren auf, was aber damit zusammenhängt, dass man relativ viele graue Deckhengste hat. Farbige Deckhengste mit weißen Flecken sind im Gegensatz dazu relativ selten. Wenn man also überlegt, welche Nachkommen bei der Zucht mit oder ohne diesem Gen inklusive seinem Einfluß auf die Vliesgrundfarbe entstehen können, wird es recht kompliziert.

  • Die folgenden Beispiele schließen zwei Gene ein:
  • "Blackie", ein reinfarbig schwarzer Hengst - bbss - wird mit "Spotsdaughter", einer schwarzen Stute mit White Spot - bbSs - gekreuzt.
  •  bsbs
    bSbbSsbbSs
    bsbbssbbss
  • Das ergibt zur Hälfte schwarze Nachkommen mit weißen Flecken und zur anderen Hälfte reinfarbig - schwarze Fohlen.

  • Jetzt kreuzt man Spotsdaughter (bbSs) mit Greyboy (bbGs)
  •  bGbs
    bSbbGSbbSs
    bsbbGsbbss
  • Diese Kreuzung würde zu 1/4 blauäugige weiße Tiere (bbGS), 1/4 silbergraue Tiere (bbGs), 1/4 weißgefleckte schwarze Tiere und zu einem weiteren Viertel reinfarbig schwarze Tiere (bbss) ergeben.

  • Letztes Beispiel: Whiteface Wilma (WbSs) bekommt Greyboy (bbGs).
  •  bGbs
    bSbbGSbbSs
    bsbbGsbbss
    WSWbGSWbSs
    WsWbGsWbss
  • Dies ergibt
    • 1/4 blauäugige weiße
    • 1/8 weißgesichtige schwarze
    • 1/8 silbergraue
    • 3/8 nichtblauäugige weiße ( 1/8 mit weißen Flecken, 1/8 roan und 1/8 reinfarbige )
    • 1/8 reinschwarze
    Tiere. Man kann sich vorstellen, wie kompliziert es wird, wenn drei Gene eine Rolle spielen.

Einige Überlegungen
Das "Roaning" Gen könnte auch eine Version des White Spot Gens sein oder es ist ein Allel eines anderen Gens, dass aber dicht auf dem gleichen Chromosomen liegt. Die meisten grauen Tiere scheinen weiße Markierungen zu haben (nur einige nicht). Das würde bedeuten, dass graue Tiere mit weißen Stellen das White Spot Gen weitervererben. Wenn aber zwei Gene dicht zusammen liegen, könnte ein graues Tier gelegentlich entweder das White Spot Gen oder das Roaning Gen weitergeben (aber nicht immer beide). Das hängt am Ende davon ab, ob die Allele eines Gens oder von verschiedenen Genen auf einer Chromosomenstelle dicht aneinander liegen.

Andere Gene
Es gibt an anderer Stelle noch das "Fawning" Gen. Viele fawnfarbene Tiere resultieren aus einer fawnfarbigen Version des Gens, das die Basisvliesfarbe bestimmt. Gelegentlich bekommen schwarze Eltern fawnfarbige Babies - wie ist das möglich? Es muß auch noch an einer anderen Stelle eine fawnfarbige Version des Gens geben. Wenn dieses dann mehr rezessiv ist, entstehen aus diesen fawnfarbenen Nachkommen schwarzer Tiere wieder viele schwarze Tiere. Vielfarbige Tiere repräsentieren eventuell eine Version des White Spot Gens oder da ist ein Gen, dass alle Farben des Vlieses zulässt. Wenn z.B. ein weißes Tier, dass rezessiv schwarz enthält, ein vielfarbiges Tier erzeugt, ist da wahrscheinlich ein Gen, dass die Ausprägung verborgener rezessiver Farben erlaubt. Die Vererbung der Vielfarbigkeit ist noch nicht gut aufgeklärt, sicher auch weil dies nicht so häufig vorkommt. Die Dokumentation ist in dieser Beziehung noch zu dürftig, um Rückschlüsse ziehen zu können.

Additive Gene
Viele Merkmale sind Ausdruck des gleichzeitigen Zusammenspiels mehrerer Gene. Wir nehmen an, einige Bestandteile der Vliesqualität zählen hierzu.
Die Wirkung additiver Gene wird an einem ausgedachten Beispiel dargestellt:
Man nimmt an, es gibt 3 Gene die die Feinheit kontrollieren. Jedes davon hat 4 Allele (nummeriert von 1 bis 4, wobei 1 das Feinste und die 4 das Gröbste ist). Das feinstmögliche Tier (die präkolumbianische Vikunjapopulation) würde acht 1-Allele bekommen (zwei von jedem Elternteil von je vier Loci ) 1/1, 1/1, 1/1, 1/1. Das gröbste Tier (ein Guanako, gekreuzt mit einem Stachelschwein) würde acht 4-Allele haben; 4/4, 4/4, 4/4, 4/4. Wenn man zwei Tiere paart, gibt jedes Tier eins seiner zwei Allele an jeden der vier Loci (Loci sind Plätze auf Chromosomen, Mehrzahl von Locus). Je niedriger jetzt die Gesamtzahl ist, umso feiner ist das Tier, je höher die Zahl wird, umso gröber wird das Vlies.
Ein anderes Beispiel, man betrachte dabei Blumen:

  • Manchmal sind die Farben der Blütenblätter Additiv.
  • Wenn W für weiß steht und w für rot, sind WW weiße Blüten, ww sind rote Blüten aber Ww sind pink!
  • Die heterozygoten Blüten der pinken Blume sind eine Mischung aus weiß und rot.

Zwischentöne
Was macht den Unterschied zwischen beige und light fawn, zwischen medium brown und dark fawn sowie dark brown und bay black? Jeder hat bestimmt schon von Fällen gehört in denen ein Alpaka bei der Aufnahme in das ARI- Register einen Farbeintrag bekam und später bei einer Show durch den Richter in eine ganz andere Kategorie gesteckt wurde. Tiere verändern beim Älterwerden ihre Farbe. Sie ergrauen und dunkeln nach, irgendwann zwischen Geburt und Erwachsenwerden. Die Ernährung mag hier ebenfalls eine Rolle spielen. Wenn Menschen viele Mohrüben (und hier sind wirklich viele gemeint) essen, wird ihre Haut leicht bräunlich. Die Ernährung spielt sicher auch eine Rolle bei der Feinheit der Faser, weil magere Tiere meist eine feinere Faser als fette Tiere aufweisen. Trotz dieser Betrachtungen schwächelt der Beweis für die Dominanz der Farben zwischen weiß und braun/schwarz. Wir sind noch nicht richtig überzeugt, dass dark fawn rezessiv gegenüber light fawn oder beige ist. Möglicherweise sind diese Zwischenfarben das Ergebnis einer Kombination von additiven und dominant/rezessiven Genen. Das kann so sein, aber die bisherigen Farbzuordnungen sind nicht präzies genug, um allen Daten trauen zu können.

Mythos 1


Es gibt starke Gene! Man hört z.B. einen Alpakabesitzer sagen: "Mein schwarzer Deckhengst hat starke Gene". Also diese Gene kämpfen mit den anderen und gewinnen! Das ist ein Mythos. Gene können entweder dominant oder rezessiv sein. Schwarz ist rezessiv. Ein schwarzer Deckhengst vererbt eins seiner schwarzen Gene. Die Vliesfarbe hängt davon ab, was die Mutter vererbt. Es hängt ebenfalls davon ab, ob eventuell noch andere Gene die Vliesfarbe beeinflussen. Es gibt sicher schwarze Deckhengste die, mit weißen Stuten gekreuzt, wieder schwarze Fohlen machen. Dies bedeutet, die weiße Stute verbirgt schwarz. Sie ist heterozygot und hat ein dominantes weißes Gen und ein rezessives schwarzes Gen.

Mythos 2


Die Gene des Hengstes sind stärker als die der Stuten! Auch das ist ein Mythos. Jedes Elternteil gibt 50% der Gene weiter. Man sollte keinen Teil davon unterschätzen. Nur ganz wenige Hengste werden mal Deckhengst. Und diese sind dann sorgfältig ausgesucht worden. Einige Merkmale, die sie aufweisen, sind sicherlich dominant ( aber man weiß wenig über Merkmale, die die Kopfform, den Top Knot oder Fasereigenschaften beeinflussen). Sicherlich kann man Verbesserungen erzielen, wenn man eine mäßige Stute mit einem tollen Hengst kreuzt. Umgekehrt würde es genauso funktionieren (nicht so guter Hengst mit toller Stute).

Mythos 3


Ein Tier holt die Farbe eines anderen Tiers hervor; "Läßt die Farbe der Stute durch"
Das hängt mit Mythos 1 und 2 zusammen. Die Basisfarben des Vlieses schieben sich nicht gegenseitig hin und her. Diese Fragestellung bedeutet, dass der Hengst rezessive Allele aufweist, die von denen der Stute maskiert werden. Jedes Tier, dass das Schwarz-Allel hat, wird die Farbe der Stute durchlassen, weil schwarz rezessiv zu allen anderen ist.

Mythos 4


Einige Tiere bringen mehr Weibchen als andere Tiere hervor (und tun dies auch weiterhin)
Tiere mit zwei X-Chromosomen sind Weibchen, Tiere mit X und Y-Chromosomen sind Männchen. Die Väter bestimmen somit das Geschlecht des Nachfahren. Mütter können nur X abgeben, aber Väter geben entweder X oder Y dazu. Das Geschlecht wird dann von der An- oder Abwesenheit bestimmter Gene des Y-Chromosoms beeinflusst. Die Geburtenrate von Männchen und Weibchen liegt bei den meisten Arten bei ca. 50 Prozent. Aber nochmals: das Glück hat kein Gedächtnis. Jede Geburt hat eine 50%-Chance auf Männchen oder Weibchen. Wir haben alle schon von Familien gehört, die fünf Söhne oder Töchter haben und sicher auch schon von einem Züchter, der neun Hengstfohlen hintereinander hatte. Jedes dieser Ereignisse ist statistisch ungewöhnlich, aber möglich. Man kann positiv festhalten: Wenn man neun Jungs hintereinander hatte, gibt es immer noch eine 50:50 Chance auf ein Mädchen beim nächsten Mal!

Mythos 5


Ein reinfarbiges nichtgraues Tier trägt graue Gene eines Elternteils
Man hat z. B. eine hübsche schwarze Tochter von einem schönen grauen Hengst. Kann sie ein graues Baby bekommen? Besser formuliert: Hat sie ein graues Gen? Die Antwort zu dieser zweiten Frage ist "Nein". Wenn das Roaning-Gen dominant ist, kann sie es nicht haben. Hätte sie es, wäre sie grau. Kann sie graue Babies kriegen? "Ja", wenn sie mit einem grauen Hengst gedeckt wird, hat sie eine 50%ige Chance auf graue Nachfahren. Weil das Roaning-Gen entweder eine Version des White Spot Gens ist, oder dem sehr nahe liegt, sollten Tiere die ganz eindeutig das White Spot Gen haben nicht mit grauen Tieren gedeckt werden. Theoretisch hätte man sonst eine 25%ige Chance auf ein blauäugiges weißes Fohlen. Es sei denn blauäugige weiße Tier sind für sie OK - wie übrigens für viele Züchter!

Mythos 6


Nur von grauen Eltern bekommt man blauäugige Weiße (oder aber diese erzeugen mehr von diesen Tieren)
Der erste Teil hiervon ist definitiv ein Mythos. Der zweite Teil ist statistisch wahrscheinlich wahr, aber nur, weil man kaum andere Deckhengste mit weißen Zeichen sieht, außer graue Hengste. Weil es viele graue Deckhengste (mit weißen Zeichen als Ergebnis des White Spot Gens) gibt, scheinen diese auch mehr als andere für die Blauäugigkeit verantwortlich zu sein. Wenn "Blauäugige Weiße" das Ergebnis zweier dominanter Kopien des White Spot Gens sind, kann man sie aus jeder Kreuzung von Tieren erhalten, die eine Kopie dieses Gens tragen. So kann auch ein nichtblauäugiges weißes Tier eine Kopie dieses Gens verbergen. Wie können Sie zeigen, dass ein weißes Tier einen weißen Fleck hat? Jedes farbige Tier mit mit einem weißen Fleck, dass mit einem anderen Tier gepaart wird, könnte ein Blauäugiges Weißes produzieren. Erinnern Sie sich, dass jedes Mal, wenn das geschieht eine 25%ige Chance auf ein blauäugiges weißes Tier aber auch 75% Chancen für ein nichtblauäugiges Tier bestehen.

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